Liebe, Krieg und die Geburt des Impressionismus. Insel Verlag, 30 Euro

Impressionismus – allein der Name kann Bilder vor unser geistiges Auge projizieren. Bilder, die gefallen, die einladen zum Verweilen. Ungebrochen ist das Interesse an dieser Kunstrichtung (vgl. z. B. Ausstellungen im Augustinermuseum und Burda-Museum). Wer jene Zeit entdecken will, in der dieser Kunststil entstand, der findet im neuen Buch des Pulitzerpreisträgers Sebastian Smee die Möglichkeit dazu. 150 Jahre nach der ersten Ausstellung dieser Kunstrichtung in Paris (1874) erzählt uns Smee, beginnend in der Kaiserzeit Napoleons III., eine Entwicklungsgeschichte des Impressionismus. Für Smee sind die Jahre 1870/71, beginnend mit dem deutsch-französischen Krieg und gipfelnd in der sogenannten Blutwoche vom Mai 1871, prägend für diese Kunstrichtung. Leid, Elend und Gewalt jener Zeit verlangten eine Antwort der Kunst, ein Bruch mit dem Alten, etwas Neues voller Licht.

Im Mittelpunkt des Buches stehen Édouard Manet (1832-1883) und Berthe Morisot (1841-1895). Anhand ihrer Leben und Wirken erzählt Smee von jener Zeit und ihren Umbrüchen. Ihre Biografien, die politischen und gesellschaftlichen Prozesse werden in diesem Buch zu einer lesbaren und unterhaltsamen Kunstgeschichte verwoben. Smee schreibt leidenschaftlich, voller Intelligenz und Wärme; daher ist Paris im Aufruhr eine wunderbare Lektüre. [Björn Siller]

Bestellen