Report 2026. Hgg.: Nele Austermann, Leonard Ihßen, et al. Band 6. S. Fischer Verlag, 22 Euro
Wenn wir das Problem erkennen, gibt es immer eine Chance, dass wir es beheben. Eine Binsenweisheit, aber eine Haltung, die eventuell etwas verändern kann. Um das Problem zu erkennen, dafür haben 36 Jurist:innen und Journalist:innen die Texte des jährlichen Reports Recht gegen rechts verfasst. Sie beschreiben, wie rechte Gesinnung, Menschen, die rechtes Gedankengut propagieren, verdeckt und immer sichtbarer unsere Demokratie zerstören. Und sie benennen Gegenstrategien.
Sie beschreiben, welche Narrative wir in unserem Alltag aufgreifen, obwohl sie rassistisch, menschenfeindlich, populistisch oder faschistisch sind. Sie erzählen davon, wo und wie rechtes Gedankengut salonfähig ist und sie belegen, dass Rassismus, Ausgrenzung und Hass nicht neu, sondern schon immer Teil einer bundesrepublikanischen Wirklichkeit waren und sind. Und da wären wir wieder bei dem Erkennen des Problems. Wenn wir erkennen, dass wir nicht zu einer Normalität zurückkehren dürfen, sondern neu anfangen müssen, gibt es eine Chance – davon wird in diesen Texten gesprochen, denn wir haben einen Rechtsstaat und eine zukunftsfähige Idee in unserem Grundgesetz.
Ja, ich weiß, ein weiteres Sachbuch zu einem unbequemen Thema. Aber die Texte zum Rechtssystem, zu Rassismus, zu den Menschenrechten, zur täglichen Gewalt in Deutschland, zu Sexismus, zu Rechtsterrorismus und zu vielen weiteren Themen sind gut lesbar, kurz und prägnant gehalten und Grundlage für eine Debatte und für Selbstreflexion. In unserem Schaukasten vor der Buchhandlung steht es: Lesen hilft! Hier ist das passende Buch. [Björn Siller]

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