Roman. Hanser Verlag, 24 Euro

Während einiger besonders heißen Tage in diesem Sommer habe ich im Schatten den neuen Roman von Per Petterson gelesen und mich an der zurückhaltenden, präzisen und meisterhaften Schilderung eines Lebens, rückblickend erzählt, erfreut. Allein die Landschaftsbeschreibungen Norwegens vermittelten mir dabei einen Hauch von erfrischendem Wind.

Kasper lebt ein ruhiges Leben mit seiner Frau Inger und den zwei Kindern. Bis er eines Tages sich völlig in seiner plötzlich aufflammenden Liebe zu einer anderen Frau, Signe, verliert. Die Konsequenzen aus seinem Verhalten, die Verletzungen, die er damit allen zufügt, diese versucht er 30 Jahre später in seinem Lebensrückblick auszuloten, zu begreifen.

Kühl und gleichzeitig hochsensibel, mit sehr viel psychologischem Feingefühl stellt Petterson den ganz normalen Alltag im Leben eines Mannes gegen die Leidenschaft und mangelnde Verantwortung für das Leben anderer. Kann man überhaupt Verantwortung für das Leben seiner Mitmenschen übernehmen?

Petterson ist ein äußerst sorgfältiger Autor, der konzentriert und jedes überflüssige Wort vermeidend Kasper über dessen Leben reflektieren lässt, über Liebe, Schuld, Einsamkeit und Tod. Ein wunderbar klares, ein trauriges Buch, das gleichzeitig mit leisem Humor auch Hoffnung vermittelt. [Susanne Bader]

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