Hanser Verlag, 14 Euro
Nun wird es doch wieder ein Wetzsteinbrief, der bei den besprochenen oder empfohlenen Büchern politisches Denken einfach nicht außen vor lassen kann. Bestens passt hierzu ein bereits 1946 entstandener Text von Aldous Huxley. Huxley, der 1894 geborene und 1963 gestorbene Autor und Philosoph hat mit seinem dystopischen Roman Schöne neue Welt (Brave New World) Maßstäbe gesetzt, sowohl in diesem Bereich als auch in dem der Science-Fiction. Verblüffend in diesem vorliegenden, 2025 im Hanser Verlag erschienenen und schmalen Büchlein mit lediglich 90 Seiten ist, welche Anfänge von zukünftigen Konflikten, welche Bedeutung Huxley damals schon in vielen politischen, technologischen, wirtschaftlichen und umwelttechnischen Bereichen gesehen und für höchst brisant und gefährlich gehalten hat. Auch die Medien und die Wissenschaft trugen schon damals laut Huxley das Ihrige dazu bei. Natürlich ist Vieles in diesem wiederveröffentlichten Aufsatz aus der Zeit heraus zu verstehen, nicht alles hat sich so bewahrheitet oder lässt sich umsetzen, wie von Huxley ausgeführt. Doch zieht sich ein erstaunlich hellsichtiges Fazit durch, was die Bedeutung von Krieg und Frieden betrifft, welche Ursachen für einen Krieg wo zu finden sind. Immer wieder spricht Huxley von der Versuchung, Monopole unter den Mächtigen zu bilden. „Der internationale Handel ging bisher immer Hand in Hand mit Krieg, Imperialismus und der rücksichtslosen Ausbeutung industriell rückständiger Völker durch die hoch industrialisierten Mächte.“ S. 84
Auch seine Weitsicht auf die Problematik bei der Energieversorgung für Industrie, Landwirtschaft und Transport ist verblüffend. Ein erstaunliches, höchst interessantes, kleines Werk. [Susanne Bader]


