Der große Kampf der Literatur 1936 – 1939. C.H. Beck Verlag, 28 Euro
Der Schriftsteller, Herausgeber, Journalist, FAZ-Redakteur, Literaturwissenschaftler und Spanienkenner Paul Ingendaay legt hier ein Buch vor, das mich ungemein beeindruckt hat. Es steckt voller Wissen, ist äußerst unterhaltsam und spannend.
Ingendaay erzählt von der Literatur, die in den Spanischen Bürgerkrieg zog und dort kämpfte. Und von der Literatur und der Kunst, die diesen Krieg aus kurzer (so Pablo Picasso) und aus weiter Distanz (so Thomas Mann) beobachteten und begleiteten.
Diejenigen, die in den Kampf gegen Franco und den Faschismus damals aus ganz Europa aufbrachen, waren mutige Freiwillige: George Orwell, Ernest Hemingway, der Abenteurer, Simone Weil, Robert Capa und Gerda Taro, John Dos Passos, Willy Brandt, Federico Garcia Lorca, Martha Gellhorn, Arthur Koestler. Ingendaay erzählt jedoch nicht nur von den großen Namen und deren Engagement, sondern auch den vielen Unbekannten und holt diese so aus der Vergessenheit hervor. Die unterschiedlichsten Charaktere, die unterschiedlichsten Motive für ihren Kampf im Spanischen Bürgerkrieg gegen den Faschismus und auch die unterschiedlichsten Arten der Beteiligung beschreibt Ingendaay in diesem Buch so eindrücklich und gekonnt, dass es eine große Bereicherung und Freude ist. Man mag es gar nicht mehr aus der Hand legen. Ich muss nicht betonen, was wir daraus an Erkenntnis für die derzeitige politische Situation gewinnen können.
Auf den Abend und das Gespräch mit dem Autor Paul Ingendaay im Wetzstein am 30. Juni 2026 freue ich mich sehr. [Susanne Bader]


